
Achtzehn Tage von der Verbotenen Stadt durch die Gobi, die Mongolei und Sibirien bis auf den Roten Platz. Von oben nach unten chronologisch – so, wie die Reise verlaufen ist.
Von Moskau bis zum Ural geht die Fahrt durch die Osteuropäische Ebene mit lieblichen Landschaften aus Wäldern und Wiesen. Vom Ural bis zum Jenissej fährt man durch die Westsibirische Tiefebene. Sümpfe, Moore, Felder und Wiesen reichen bis zum Horizont. Dabei überquert man die gewaltigen Wasseradern Sibiriens: Tobol und Irtisch, Ob und Jenissej.
Hinter dem Jenissej schlängelt sich der Zug zuerst durch hügelige und dann durch bergige Wälder – hier sehr schön zu sehen die reich verzierten russischen Holzhäuschen. Nach Irkutsk windet sich die Bahnstrecke durch eine hügelige Waldlandschaft und gibt immer wieder atemberaubende Blicke auf den Baikalsee frei.
Ab Ulan Ude bis zur mongolischen Grenze geht es durchs interessante Selenga-Tal, dann taucht man ein in die faszinierende mongolische Steppenlandschaft. Im Süden der Mongolei und bis nach Datong führt die Fahrt durch die steinige Wüste Gobi, ein weiterer landschaftlicher Höhepunkt der Reise.

Langstreckenflug ab Zürich, dann die ersten Tage in einer Stadt mit 15 Millionen Einwohnern – Olympiapark, Warenhäuser und natürlich die Peking-Ente.
Peking ist die Hauptstadt der Volksrepublik China und hat eine über 3000-jährige Geschichte. Der Name bedeutet Nördliche Hauptstadt. Peking ist heute eine regierungsunmittelbare Stadt, das heisst, sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und damit Provinzen, autonomen Gebieten und Sonderverwaltungszonen gleichgestellt.
Verkehr: Vor 20 Jahren gab es nur Autos für die Regierung und ihre Beamten. Nun ist der Autoverkehr am Explodieren, der Verkehrskollaps droht bereits. Um dies zu umgehen, wird das öffentliche Netz ausgebaut, so zum Beispiel die Metro, wie in ganz China. Sieben Linien sind bereits in Betrieb und acht zusätzliche Linien werden bis um 2015 gebaut.
... und ca. 15 Mio. Leute leben in Peking/Beijing, da läuft schon was ... und vor allem läuft immer einer in die Kamera ...




Ankunft der Reisegruppe von Zermatt Rail Travel (ZRT).
Wurde vom Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron entworfen. (Wer hat es gemacht ..., die Schweizer ...)
Für 2008 wurde alles rausgeputzt ... heute sieht es oft anders aus (nächstes Bild).
Für überall Blumen reicht es nicht mehr, nach 2 Jahren kommt die Natur bereits zurück ....
Er weiss sehr viel über die Stadt und die Geschichte von China, interessant ihm zuzuhören.
Hotel-Lobby, wie immer in China recht protzig ..., Zimmer usw. alles auch sehr schön.
... soweit das Auge reicht, Blick Richtung Norden. Die Strasse ist exakt in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Die Ming-Kaiser hatten das gerne: Norden = oben, Süden = unten.
Seit Jahren in China etabliert, als eine der ersten westlichen Warenhausketten in China! Im Oberwallis hat es halt nicht so funktioniert ...
Die gestopften Enten können nur in speziellen Restaurants angeboten werden. Im Hintergrund ist der Grillofen zu erkennen. Und natürlich, in Peking schmecken sie am besten.
Rechts das Restaurant für Peking-Enten.
Vom Nordeingang her durch die Verbotene Stadt – und am Nachmittag in die Parkanlage des Himmelstempels.
Mini-Elektrotaxi ....
Die Chinesen gehen mit ihren Singvögeln spazieren, die Körbe (hier einer in blau) werden aufgehängt und die Vögel können gegenseitig twittern ..
Nordeingang zur Verbotenen Stadt. Sehr zu empfehlen: die meisten Besucher kommen vom Süden her und wir konnten die Anlage mit wenigen Besuchern geniessen.
Bei den Toren hat es oft eine Geisterwand, um die man herumlaufen muss. Die Geister kommen immer gerade durchs Tor, falls sie die Schwelle überhaupt überqueren können ..
Die Zahl 9 ist wichtig: in jedem Torflügel hat es 9×9 Zapfen. Alles Kaiserliche hat die Zahl 9 und ein goldenes Dach. Damit wusste man sofort, wer in dem Gebäude ein und aus ging.
Das wichtigste Gebäude in der Verbotenen Stadt: 9 Drachen und ein goldenes Dach, hier war der Kaiser zu Hause. Das erste Tier (ein Huhn) schliesst das Dach ab, der letzte Drache war gegen Blitze. Wobei – seit dem letzten grossen Brand setzt man auch auf Kupferdrähte.
308 solche Töpfe wurden verwendet, um genügend Wasser gegen Brände zu haben. Die Stadt ist praktisch nur aus Holz gebaut. Im Winter wurden die Töpfe sogar beheizt. Es versteht sich von selbst: teilweise waren die Töpfe sogar vergoldet.
Das Hauptgebäude (Halle zur Wahrung der Harmonie) kennt wohl jeder (in China sicher), darum urchige Kerle vor die Linse gespannt ....
Diese Stelle symbolisiert das Reich der Mitte. Der Kaiser musste einmal im Jahr hierher. Der Punkt ist umgeben von 9 Kreisen: der erste 9 Sektoren, der 2. 18 ...., der 9. dann 81 Sektoren. Und die Chinesen müssen jeder drauf ...
Das Wahrzeichen von Peking. Der Kaiser musste hier einmal im Jahr für gute Ernten beten. Dafür verliess er die Verbotene Stadt für 7 bis 10 Tage. (Die Konkubinen blieben zurück und hatten eine Woche himmlischen Frieden mit den Eunuchen ...)
Mit der Seilbahn hoch auf die restaurierte Mauer – und erstaunlich menschenleer.
Hochgefahren sind wir mit einer Seilbahn.
Das hat nun doch Seltenheitswert: kein einziger Chinese auf der Mauer ......, nur eine pfundige Langnase. Die Pfundigen sind/waren aber in – die Mings, die Dschingis und wie sie alle hiessen ...
Total 10'000 Li lang (also unendlich), in Wirklichkeit ca. 8'851,8 km. Grosse Teile der Mauer sind zerstört. Auf dem Land werden noch heute Steine zum Bauen weggenommen. Wir besuchten den für den Tourismus restaurierten Teil.
Und immer noch kein Chinese ins Bild gerannt .......
Die Treppen zu den Wachtürmen sind sehr steil und ausgetreten. Die Logistik zum Bau, aber noch mehr der Betrieb und die Versorgung der Mauer muss ebenfalls einzigartig gewesen sein.
Die drei Drachen stehen für ein normales Verwaltungsgebäude, hier eben das Dach eines Wachturms.
Der erste Raumfahrer Chinas – Yang Liwei – sagte nach seinem Raumflug im Oktober 2003: „Die Aussicht war wunderschön. Aber ich konnte die Chinesische Mauer nicht sehen.“ Die chinesische Regierung liess daraufhin neue Schulbücher drucken, in denen dies geändert wurde.
Unser Reiseführer Marcel Hänni von der ZRT, der uns ab Zürich Flughafen und wieder zurück begleitet und betreut hat.
Riesen-Grabanlage für die Kaiser der Ming-Dynastie (1368–1644), im Norden von Peking.
Wan Li, 13. Ming-Kaiser. Gut, für einen solchen Prachtskerl braucht es schon rechte Grabstätten.
Ein 1400 Jahre altes Bauwerk in der Felswand – und 51'000 Buddhastatuen im Sandstein.
Dörfchen, 400 Jahre alt, wird gerade durch den Neubau einer Autobahn überrollt. Darum regt sich hier niemand auf ...., die Regierung entwickelt halt die Region.
Der Name eines mitten in eine Felswand gebauten Klosters, fünf Kilometer ausserhalb der Kreisstadt Hunyuan im Norden der chinesischen Provinz Shanxi.
Erbaut im 6. Jahrhundert während der Nördlichen Wei-Dynastie, im Gebirge Heng Shan, einem der fünf Heiligen Berge. Wir stehen also vor einem 1400 Jahre alten Bauwerk, das praktisch einzigartig ist.
Die Holzträger wurden ca. 1/3 in die Mauer versenkt, 2/3 sind für das Tragen des Gebäudes vorgesehen. Das Kloster besteht aus 40 winzigen „Hallen“ und Pavillons.
In einem der Räume werden die wichtigsten traditionellen Religionen Chinas vereint (San Jiao heyi – „Die drei Lehren zu einer vereint“): in der Halle befindet sich je eine Statue von Buddha, Konfuzius und Laozi.
Frühe buddhistische Höhlentempel in der chinesischen Provinz Shanxi. Sie wurden hauptsächlich im Zeitraum 460–525 n. Chr. während der Nördlichen Wei-Dynastie aus dem Sandstein herausgearbeitet. Nach 1600 Jahren sind die Skulpturen teilweise verwittert.
Insgesamt besteht die Gesamtanlage aus 252 Grotten und Nischen und ist ca. 1 km lang.
Wenn sie schon mal alle still und geordnet stehen, müssen sie auch bei uns aufs Foto ...
Die Anlage besteht aus 42 Grotten und weiteren 210 Nischen mit insgesamt über 51'000 Buddhastatuen. Die grösste Buddhastatue ist ca. 16 m hoch – ... fettes Ding.
Das ganze Gelände um die Grotten wird zu einer touristischen Attraktion ausgebaut. Während der Bauzeit hausieren die Wanderarbeiter in Zelten. Vollpension in low level accomodation .... und das für ein Jahr, bevor es wieder nach Hause geht.
Um 16:00 in den Zug gestiegen, um 21:00 ging es richtig los. Über Nacht durch die Gobi, dann Steppe, Jurten und der beste Schlaf der Reise.
Ulaanbaatar ist die Hauptstadt der Mongolei. In der Stadt leben 1'044'500 Einwohner, das sind 39 % aller Einwohner der Mongolei. Touristisch bedeutsam sind das Naturkundemuseum, das Süchbaatar-Denkmal auf dem gleichnamigen Platz, der Palast des Bogd Khan und das Zaisan-Denkmal, das an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Es liegt auf einem Hügel südlich der Stadt, von dem aus man einen schönen Blick hat.
Übrigens: Die Mongolei ist nach Westsahara und Grönland der am dünnsten bevölkerte Staat der Welt. Allerdings hat sich die Bevölkerungszahl in den letzten 30 Jahren verdoppelt.
Im Mittelalter gelang es Dschingis Khan (1162–1227), die mongolischen Stämme in einem Staat zu vereinen. Ihm und seinen Nachfahren wie beispielsweise seinem Enkel Batu Khan gelang es, mit ausgedehnten Feldzügen (Goldene Horde) für Jahrhunderte ein Weltreich zu errichten, welches 1240 sogar bis Mitteleuropa reichte. Das Mongolische Reich gilt als das grösste zusammenhängende Reich, das je existiert hat! Aber eben, ist auch schon lang her .....




Bahnhof Erlian (kurz vor der Grenze China–Mongolei). Wir sind um 16:00 in den Zug gestiegen, bis die Fahrt richtig los ging wurde es 21:00 Uhr. Dafür sind bei der Abfahrt dann alle schön in Reih und Glied gestanden und die chinesische Hymne wurde gespielt, so herzig .....
Unendlich lange Weiten, meistens geradeaus, ab und zu zwei, drei Kurven – vermutlich um die bösen Geister abzuwenden, denn die können ja nur geradeaus gehen oder fahren. Aber für schöne Fotos ist das interessant.
Zugbegleitung, ernster und pflichtbewusster Blick! (In der chinesischen Küche wird halt viel „süss-sauer“ verwendet .....)
Vorbei an der Wüste Gobi (nichts gesehen, war Nacht), kurz vor Ulan Bator zum ersten Mal wieder Wald im Blickfeld. Für die Bauern ein karges Land, viel harte Arbeit, mit kargem Lohn.
Zaisan-Berg (Soldatendenkmal zu Ehren der russisch-mongolischen Freundschaft während des 2. Weltkrieges), im Hintergrund Ulan Bator (russischer Name). Die Stadt selber ist schon sehr gewöhnungsbedürftig.
2006 wurde dem alten Haudegen ein ganzes Gebäude gewidmet. Kann man sich diesen Pfundskerl auf einem dürren mongolischen Gaul vorstellen, der damit das grösste je vorhandene Reich der Welt schuf?
Jurten-Camp im Naturpark. Übernachtung vom 13. auf den 14. Juni 2010. Folklore für die Touristen, mongolische Nomadenstimmung kommt richtig auf, geschlafen wurde hammermässig – krasser Gegenpol zur Schüttelbecher-Übernachtung im transmongolischen Zug.
Jurten-Camp im Naturpark, rechts der Restaurantbereich des Camps. Sehr gute Küche, eher authentisch für die Touristen – was solls, nach einer Woche China-Food tut mongolische Küche mit Schaffleisch, im quasi EU-Style, richtig gut.
Spaziergang um das Jurten-Camp, wunderschönes Steinbild, eine Schildkröte, vermutlich von einer buddhistischen Gottheit persönlich geschaffen. Die Bildqualität des Natels lässt im Gegenlicht leider zu wünschen übrig – Kamera-Akku ist halt im Lader vergessen worden.
Wunderschöner Stangentrafo hinter dem Schildkrötenfelsen, zur Versorgung der unzähligen Jurten-Camps. Als alter Stromer muss man sowas doch festhalten.
Jetzt der richtige Transsib. Die Zugbegleitung wechselt von chinesisch auf russisch – und der Baikalsee taucht zum ersten Mal am Fenster auf.
Irkutsk (russ. Иркутск) ist die Hauptstadt der russischen Oblast Irkutsk am einzigen Abfluss des Baikalsees, der Angara. Sie ist eine Universitätsstadt mit rund 579'268 Einwohnern (Stand 2009) und liegt an der Transsibirischen Eisenbahn, etwa 70 km entfernt vom südwestlichen Ende des Baikalsees.
Östlich der Stadt erstrecken sich südwestliche Ausläufer des Baikalgebirges, südwestlich erheben sich Ausläufer des Ostsajans. Am Südostrand der Stadt wird die Angara zum Irkutsker Stausee aufgestaut.
In Irkutsk herrscht hoch kontinentales Klima mit starken Jahresschwankungen. Charakteristisch sind sehr kalte Winter und warme Sommermonate. (... Mücken!)


Bahnhof Ulan Bator. Dies ist nun der richtige Transsib und braucht ca. 24 Stunden für die 1108 km Strecke Ulan Bator (Mongolei) – Irkutsk (Russland). Für Grenzformalitäten (neben Pass, Visa und x Ein- und Ausfuhrzettelchen) benötigt man nur 4 bis 5 Stunden ...., recht zügig.
Die Zugbegleitung hat nun von chinesisch auf russisch gewechselt .... von süss-sauer auf süss .... Die beiden russischen 1.-Klass-Wagen (top im Vergleich zur Transmongolischen Eisenbahn) sind nun bis Moskau für uns reserviert.
Klosterschule mit Diplomabschluss (Bachelor Degree) für Nachwuchsmönche in Ulan Bator – sind schon sehr früh fleissig am Beten und Auswendiglernen der Schriften.
Erste Blicke auf das grösste Süsswasser-Reservoir der Erde: 20 % alleine im Baikalsee. 636 km lang, 27 bis 80 km breit und vor allem 1637 m tief. Das Wasser ist so klar und sauber, dass man bis zu 45 m runter sieht. Hoffen wir, es bleibt auch so.
Die Religion hat mit der Grenze auch gewechselt. Wir sind nun im orthodoxen Russland. Das Markenzeichen: die vergoldeten Zwiebeln der orthodoxen Kirchen.
Schöner russischer Speisewagen, Platz an einem 4er-Tisch ist fast knapp. Frühstück, Mittagessen und Abendessen sind urchig und gut – passt so zur Direktorin ....
Die Angara führt pro Sekunde 267 m³ Wasser aus dem Baikalsee ab. Trotz dieser gewaltigen Abflussmenge müsste die Angara etwa 400 Jahre lang fliessen, bis der Baikalsee geleert wäre.
Lena, unsere lokale Reiseführerin. Sie hat ab und zu ein wenig Stress mit ihrem Handy – ruft der Freund dauernd an .....?
Katholische Kirche, gebaut von Polen, die vor vielen Jahren nach Irkutsk strafversetzt wurden. Die Türme sind ein wenig schlichter als die vergoldeten Zwiebeln der orthodoxen Kirchen.
Die Angara ist eine der weltweit grössten Quellen an Wasserkraft, mehrere grosse Wasserkraftwerke erstrecken sich entlang des Flusses.
Zwei Tage rund um den Baikal: Folklore im Museumsdorf Talzy, Fischsuppe und ein Besuch bei einer russischen Familie in der Datscha.
Das Wasser wird aus 400 m Tiefe des Baikalsees hochgepumpt, mechanisch gereinigt und verkauft. Der Geschmack ist gut. Erstaunlich, wenn man an den Ufern die Reste der russischen Errungenschaften sieht – vermutlich fällt der Dreck tiefer runter ..
Als in den 50er Jahren die Angara (+30 m) gestaut wurde, verschwanden viele kleine Dörfer im Wasser. Die schönsten und wichtigsten Gebäude wurden in Talzy wieder aufgebaut und ab den 1980er Jahren als Museumsdorf geöffnet.
„Extra für uns“ hat im Museumsdorf eine Irkutsker Folkloregruppe gespielt und uns für ca. 30 Minuten unterhalten. Der Kissen-Küssen-Tanz fand grossen Anklang und der Lippenstift färbte die Wangen der Gruppe ....
Russischer Wegweiser ... weiss der Kuckuck wohin .....
Kleines Camp in einer Gegend mit vielen Datschas (russische Sommerhäuser). Der Staat gab früher in solchen Gegenden 600 m² Land für eine Datscha. Sollte man bei uns auch einführen ......
... der „kussechte“ Lippenstift der Folkloregruppe .....
Der Omul gehört zu den Lachsarten und ist „der“ Baikal-Fisch. Von 1969–1975 musste der Omul-Fang komplett verboten werden, damit sich der Bestand erholen konnte. Der Omul konnte so kurz vor dem Aussterben gerettet werden.
Bei einer russischen Familie in dieser Datscha gab es Tee und Crêpes. Im Dorf am Baikalsee wird sehr einfach gelebt. Die meisten Häuser werden in Eigenarbeit erstellt und sind über Jahre im Bau.
Statussymbol Auto mit ABS, Turbo und ASLFT (Anti-Schlaglöcher-Flug-Technik). Beim Spaziergang durch das Dorf wird wieder mal bewusst: wir sind in Grächen im Himmel .....
Aussteuer eines Mädels. Wenn die Kiste voll war, galt das Mädchen als besonders fleissig und damit als gute Partie. Wenn das heute noch so wäre – nur eine Kiste Kleider und ein paar Blechbüchsen in die Ehe mitbringen ...
Letzte Blicke auf Irkutsk, dann zwei Nächte im Abteil Nr. 8 – bis zu den sechs Brücken über den Ob.
Novosibirsk (russ. Новосибирск) ist die grösste Stadt Sibiriens und die drittgrösste Stadt Russlands. Novosibirsk liegt in der Oblast Novosibirsk am Ob und an der Transsibirischen Eisenbahn.
Die mit knapp 1,4 Millionen Einwohnern drittgrösste russische und grösste russische Stadt östlich des Urals verdankt ihren Aufstieg der Lage an der Transsibirischen Eisenbahn im Süden des westsibirischen Tieflandes. An der Stelle der heutigen Stadt begann 1893 mit dem Bau einer Eisenbahnbrücke über den Ob der Aufstieg von Novosibirsk von einem kleinen Dorf zur Millionenstadt.
Heute gibt es im Grossraum Novosibirsk sechs Brücken über den gewaltigen Ob, der hier teilweise fast einen Kilometer breit ist und von Süden nach Norden fliesst.

Kazan-Kirche: grösste orthodoxe Kirche. Wird privat saniert, ein Mann restauriert seit 12 Jahren allein die Kirche, finanziert nur aus Spenden.
Dekabristenmuseum: Andenken an die aus St. Petersburg vertriebenen Adligen (Dekabristen), welche nach einem fehlgeschlagenen Putschversuch gegen den Zaren (Aufhebung der Leibeigenschaft, Sklaverei in Russland) nach Sibirien verbannt wurden.
Quartier mit Holzhäusern, die bis zum Fenster versunken sind – warum, wissen wir noch nicht so recht, Recherche im Internet muss noch folgen.
Zwischenverpflegung im Abteil Nr. 8. Die karge Kost im russischen Speisewagen verleitet zum Improvisieren!
Grosser sibirischer Fluss, 5500 km lang. Im Vordergrund die 1. Brücke über den Ob – erhielt zusammen mit dem Eiffelturm an der Weltausstellung in Paris einen Preis. Im Hintergrund die neue Brücke, 700 m lang.
Margarita, durch und durch Geologin, erklärte auf sehr interessante Art und Weise die Geologie und die Bodenschätze Sibiriens. Die Russen müssten eigentlich alle enorm reich sein.
Arsenit, oder auf Russisch: Schwiegermutterstein .... Der Stein verträgt das Licht nicht, muss immer unter einen schwarzen Vorhang.
Rechts Erdöl in sehr guter Qualität, wird von den Russen im Norden von Sibirien direkt als Diesel verwendet. Diese Qualität gibt es nur in Sibirien.
Loks, Waggons und Schneepflüge, die auch auf der Transsib-Strecke im Einsatz waren. Schön angestrichen, aber kaum gewartet – der sibirische Winter setzt den Maschinen arg zu.
1/8 PS auf einem 2500 PS Dampfross ....
Regenbogen über Westsibirien, der Grenzobelisk im Ural – und nach 8000 km endlich Moskau.
Moskau (russ. Москва) ist die Hauptstadt der Russischen Föderation und mit rund 10,5 Millionen Einwohnern (2009) in der Stadt und 14,6 Millionen (2007) in der Agglomeration die grösste Stadt und Agglomeration Europas.
Russlands Hauptstadt ist das Herz dieses riesigen Landes. Alle Uhren des Landes ticken buchstäblich nach Moskauer Zeit: in den Zügen und auf allen Bahnhöfen werden An- und Abfahrtszeiten nach MZ (Moskauer Zeit) angezeigt, ansonsten wird es zu kompliziert mit den Zeitzonen. Moskau hat das grösste Metro-Netz der Welt, besitzt sieben Bahnhöfe und fünf Flugplätze, betreibt das grösste Fernwärmenetz der Welt – die Liste ist beliebig erweiterbar.
Und last but not least: Moskau ist teuer, es ist die teuerste Stadt der Welt. Es drängt sich die Frage auf, wie die Russen das selber meistern – richtig verdienen hier nur wenige Bonzen, der Rest ist mager dran ..!
Witz über einen neureichen Russen beim Zahnarzt: Der Russe öffnet sein Gebiss, der Zahnarzt schaut rein und fragt, welchen Zahn er denn reparieren solle – alle Zähne seien aus Gold, Platin-Inlays und sogar mit Diamanten besetzt? Der Russe antwortet: Wer redet denn von reparieren, er wolle eine Alarmanlage für sein Gebiss ......
Übrigens: Neben dem Bahngleis ist alle 100 m die Entfernung nach Moskau zu erkennen. Beim Schreiben dieses Textes waren wir gerade 3514 km von Moskau entfernt.
Wir wurden richtig verwöhnt ..., heute gab es Picknick im Schlafwagen. Der Weg zum Restaurant führt durch 5 offene russische Schlafwagen (Russenfüsse auf CB-Nasenhöhe, muss man nicht 3× täglich geniessen!).
Zum ersten Mal Regen (aber nur sehr kurz und sehr wenig) auf der Reise – aber auch das sieht immer noch speziell aus. Regenbogen über den unendlichen Weiten Westsibiriens.
Grenzobelisk Asien–Europa im Ural. Wir sind nun also geografisch gesehen wieder in Europa.
Nach 8000 km endlich in Moskau.
Wunderschöne Metrostationen aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Das Rollmaterial übrigens leider auch.
Hinten rechts der Kreml-Eingang, links die St.-Basilius-Kathedrale. Irgendwie hat man sich das grösser vorgestellt – wenn die Generäle ihre Paraden abnehmen, sieht das viel wuchtiger aus.
Wurde 1931 unter Stalin gesprengt und 2000 wieder aufgebaut. Die Wiederaufbaukosten sollen über 200 Mio. CHF betragen haben, inoffiziell vermutlich viel mehr. CB mit 7/8-Hosen wurde kein Zutritt gewährt; falls Frauen Kopf und Schulter bedecken, ist auch mit Mini-Rock Zugang möglich. Orthodoxe Logik! Vermutlich sehen die Patriarchen auch lieber langbeinige Russinnen ....
200 Tonnen fett! Als nach dem Guss ein Feuer im Kreml ausbrach, zersprang die Glocke durch kaltes Löschwasser, ein 11-Tonnen-Teil fiel heraus und die Glocke konnte nie in Betrieb genommen werden.
Kaliber 0.89 m, 40 Tonnen schwer – aber geschossen wurde damit nie, die Kugeln würden nur rausfallen. Passt zur Glocke, halt nur Verzierung ........
Am Nachmittag Rückflug – und am Abend wieder in Grächen. Achtzehn Tage, drei Länder, ein Zug.